Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

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Perry Clifton
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Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Wenn wir von den drei prominenten Serien ausgehen, gibt es bereits drei verschiedene Arten von Freundschaften in Jugendkrimiserien: Die Art des "Bündnisses" unterscheidet sich bei DDF, bei TKKG und bei den Fünf Freunden bereits deutlich. Oder gibt es doch Überschneidungen? Und hat sich auch das Konzept "Freundschaft" mit der Zeit verändert? Gilt das auch für "Feindschaften"?

Mir wurde das Thema gerade wieder durch einen Beitrag woanders bewusst, wo etwas gesagt wird, was man in Foren und Podcasts auch öfter mal hört: Sind die drei Fragezeichen überhaupt richtig befreundet? Und haben sie von jeher zu wenig Charaktertiefe?

Meine persönlichen Antworten auf die Fragen wären "Ja" und "Nein" :-) Aber auch da kann es sicher wieder verschiedene Meinungen geben.

Kurz umrissen: Bei DDF handelt es sich um ein Zweckbündnis (nicht abwertend gemeint): Man hat sich zusammengefunden, um Rätsel zu lösen und hat daraus später ein Detektivunternehmen gemacht. Die drei Hauptfiguren stehen in einer freundschaftlichen Beziehung zueinander und verbringen ihr Zeit sehr häufig gemeinsam und helfen sich gegenseitig aus.

Bei TKKG ist die Gemeinschaft auch ohne die Probleme, die gelöst werden, geknüpft, auch wenn sie durch diese erst vollständig entstanden ist. Man teilt aber gemeinsame Werte und setzt diese durch, wo es angebracht erscheint.

Bei den Fünf Freunden wiederum handelt es sich um eine Verwandtschaft der Figuren untereinander. Und die Motive sind der Spaß an gemeinsam verbrachter Zeit sowie die Lust am Abenteuer.

Soweit grundsätzlich. Die Art, wie bei DDF die Freundschaft oft in Frage gestellt wird, lässt mich nun überlegen, ob sich das Bild von einer Freundschaft wirklich seit den 60ern so sehr verändert hat? Wie sieht diese dann heute aus? Und ist das eine positive oder negative Entwicklung?

Aus meiner Sicht sind DDF charakterlich hinreichend definiert, um nicht nur für die Geschichten zu funktionieren, sondern auch, um als glaubhafte Personen im Kopf haften zu bleiben. Wenn man die Klassiker als Maßstab nimmt, sind die drei meiner Meinung nach Bomben-Kumpels (um es mal so zu formulieren) die sich natürlich ab und zu auch mal necken, aber die gemeinsam etwas auf die Beine stellen und ohne einander gar nicht "können". Über eine Freundschaft wie bei DDF wäre ich persönlich niemals unglücklich. Einen Ansatzpunkt sehe ich bei der "Anführerfigur", die besonders heute vielen gegen den Strich zu gehen scheint. Ganz eindeutig gab es das allerdings früher sehr oft. Ist das der Aspekt, der sich geändert hat?

Was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann ist die Sichtweise, dass die Figuren mehr Charaktertiefe dadurch erlangen sollen, indem sie sich heftig streiten oder gegenseitig regelrecht angiften. Allerdings scheint das für manche gleichbedeutend damit zu sein, einer Figur mehr Persönlichkeit oder Tiefe zuzuordnen. Seht ihr das auch so?

Bei TKKG gibt es nun den Anführerstatus noch deutlicher, und gerade dieser wird dann ja auch vermehrt angegriffen, selbst von Leuten, die die Serie hören. Natürlich ist Tarzan manchmal auch wirklich overpowered, was man wiederum als Gegenargument zu der These sehen könnte. Aber andererseits scheinen Kinder das ja (früher?) gemocht zu haben, womit wir wieder bei der Heldendiskussion sind.

Was die Freundschaft angeht: Hier wird nicht mit der Giftnadel gearbeitet, aber Tarzan und Klößchen hauen sich gegenseitig die krassesten Sprüche um die Ohren. Für mich ist das eine normale Freundschaft unter Jungs aus dem echten Leben. Für manch anderen scheint sich das allerdings ganz anders zu lesen, Stichwort Fatshaming etc. Da fragt es sich dann wieder: Wenn die Sichtweise so unterschiedlich ist, haben sich Freundschaften so sehr verändert? Oder wird da ein Ideal als Maßstab angelegt, das so nicht existiert?

(Beispiel Perry: Als ich morgens aufgrund von Husten eine belegte Stimme hatte, sagte jemand zu mir "Du klingst wie ein verrauchter Zuhälter!" Worauf ich antwortete: "Ja, dich kann man auch mit 'nem Teelicht röntgen." ...ozo... )

Bei Enid Blyton wird wiederum eher das Konzept der Familie hochgehalten: Man ist verwandt, man versteht sich gut, man zieht zusammen los und entdeckt die Welt. Manchmal ist einer bockig (George), aber eigentlich sind alle prima. Die Bösen sind oft diejenigen, die komplett aus dem Bekanntheitskreis hinausfallen. Was manchmal gut funktioniert, bei anderen aber Assoziationen der Ausgrenzung oder sogar Diskriminierung hervorruft. Andersherum gibt es keine klar definierte Anführerfigur, manchmal übernimmt Julian diese Rolle, manchmal George.

Wo wir gerade bei den Feinden sind: Der "Erzfeind" Skinny Norris. Hat man heute noch Erzfeinde? Kennt ihr das persönlich?

Und wie sieht es eventuell bei anderen Hörspielserien aus? Wären Freundschaften in neuen Serien heute ganz anders?
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Jamie Allison »

Auch wieder ein diskutierenswertes Thema. :-) Grundsätzlich bezeichne ich das Verhältnis bei DDF untereinander als "kollegial", was ja nicht zwangsweise etwas Negatives ist; immerhin kann man ja auch gut mit Kollegen zusammenarbeiten und einander auch mal aus der Patsche helfen. Die Streitereien, die es zwischenzeitlich gehäuft gab, mögen im echten Leben normal sein, bei DDF hingegen kann ich darauf dankend verzichten. Bei den 5F sind Georges Kabbeleien hingegen seit Beginn in der Serie verankert und gehören dazu. Die Geplänkel zwischen Tarzan/Tim und Willi bei TKKG genauso. Aber ergibt es Sinn, dass man sich nach 80 Folgen wegen einer Petitesse wie Fotopapier derart in die Wolle bekommt? Ich finde, nein.

Bei DDA gab es am Anfang Startschwierigkeiten, gerade zwischen Franzi und Marie, aber dort ist es für mich realistischer, weil sich so ein Team halt erst mal eingrooven muss. Spätestens seit ihrer gemeinsamen Flucht in Folge 50 sollte aber klar sein, dass sie inzwischen gemeinsam durch dick und dünn gehen und einander in allen Fällen unterstützen.

Bei Miss Melody gab es in Folge 1 auch etwas Randetsche zwischen Sienna und den Mädels vom Gut Summerset, aber auch das ist normal und hat sich im Laufe der Trilogie stark geändert.

Ein Punkt, den ich schon mehrfach angesprochen habe: Wie sieht es eigentlich mit Freundschaften außerhalb des Teams aus? George hatte Alf, TKKG hatten diverse Ein-Folgen-Freunde, Peter hat oder hat nicht Jeffrey, je nachdem, wen man fragt. (Hier fällt wieder auf, wie inkonsequent DDF inzwischen geworden ist ...)

Stichwort Geplänkel unter Freunden: Ja, das kenne ich auch. Ein Kumpel von mir und ich bezeichnen uns regelmäßig gegenseitig als "fiesen Fettsack". :-D

Erzfeinde: Ja, das kenne ich von früher auch noch, durchaus auch im Stile von Skinny in den DDF-Classics, oder Tims zahllose Feinde (Obermeier und Feindt in Folge 43, Roderich in Folge 138). Aber ob das in der Form noch en vogue ist? Bei DDA gibt es Vergleichbares zum Beispiel schon nicht mehr. Ich denke, die Zeiten haben sich in der Hinsicht schon gewandelt. Doch kommt dieser Zeitenwandel aus einer Art Abmilderung heraus, oder aus einem falschen Verständnis von Realismus im Jugendalter? Wäre jedenfalls eine Frage, die ich den aktuellen Autoren im Interview stellen würde, wenn man mir die Gelegenheit dazu gäbe. ;-)
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Stielke »

@Perry

Es ist interessant, wie verschiedene Jugendkrimiserien unterschiedliche Dynamiken von Freundschaft und Zusammenarbeit präsentieren. Bei den drei prominenten Serien, die du erwähnst, gibt es sicherlich Unterschiede, aber auch einige gemeinsame Elemente.

Die "Drei ???" haben definitiv ein interessantes Freundschaftsmodell. Obwohl sie oft in Frage gestellt wird, finde ich, dass ihre Freundschaft eine Mischung aus Zweckbündnis und echter Verbundenheit ist. Sie necken sich und haben ihre Meinungsverschiedenheiten, aber am Ende des Tages halten sie zusammen und verlassen sich aufeinander.

TKKG zeigt auch eine starke Freundschaft, die auf gemeinsamen Werten und Erfahrungen basiert. Obwohl Tarzan oft als Anführer angesehen wird, denke ich, dass alle Mitglieder der Gruppe wichtig sind und sich gegenseitig ergänzen.

Die Fünf Freunde repräsentieren eher eine familiäre Bindung, aber auch hier gibt es eine starke Freundschaft, die auf Abenteuern und gemeinsamen Erlebnissen beruht.

In Bezug auf Charaktertiefe und Konflikte innerhalb der Gruppen kann ich verstehen, dass einige Leute vielleicht nach mehr Vielfalt oder Tiefe in den Beziehungen suchen. Aber ich denke nicht unbedingt, dass Streitigkeiten oder gegenseitige Angriffe notwendig sind, um Charaktere interessanter zu machen. Es gibt viele Möglichkeiten, Charaktere zu entwickeln, ohne die grundlegende Dynamik der Gruppe zu verändern.

Was Erzfeinde betrifft, denke ich, dass sie auch in modernen Serien eine Rolle spielen können, aber vielleicht nicht so prominent wie früher. Es gibt sicherlich noch Konflikte und Antagonisten, aber die Art und Weise, wie sie dargestellt werden, könnte sich im Laufe der Zeit verändert haben.

In Bezug auf andere Hörspielserien könnten Freundschaften und Feindschaften sicherlich unterschiedlich dargestellt werden, je nachdem, welches Thema oder welche Zielgruppe die Serie anspricht. Es könnte interessant sein, einige moderne Serien zu untersuchen, um zu sehen, wie sich diese Dynamiken im Laufe der Zeit entwickelt haben.



@ Jamie

Es ist definitiv interessant zu sehen, wie sich die Dynamik innerhalb der Gruppen und zwischen den Charakteren in Jugendkrimiserien im Laufe der Zeit entwickelt hat. Kollegialität ist sicherlich ein passender Begriff für das Verhältnis innerhalb der DDF-Gruppe. Es ist normal, dass es gelegentlich Meinungsverschiedenheiten oder Streitereien gibt, aber wie du sagst, kann es manchmal übertrieben wirken, wenn diese Konflikte zu stark in den Vordergrund rücken.

Bei anderen Serien wie den Fünf Freunden oder TKKG gehören bestimmte Streitigkeiten oder Neckereien einfach zur Dynamik der Gruppe dazu. Es ist Teil ihrer Persönlichkeiten und ihrer Interaktion miteinander. Es ist jedoch wichtig, dass diese Konflikte nicht überhand nehmen und die eigentliche Freundschaft und Zusammenarbeit überwiegen.

Das Thema Freundschaften außerhalb des Hauptteams ist auch interessant. Es zeigt, dass die Charaktere nicht isoliert sind und auch außerhalb ihrer engsten Gruppe soziale Beziehungen haben. Dies kann die Geschichten interessanter machen und den Charakteren mehr Tiefe verleihen.

Was Erzfeinde betrifft, so mag es sein, dass sich die Darstellung im Laufe der Zeit geändert hat. Vielleicht liegt es daran, dass die Gesellschaft sich gewandelt hat und die Darstellung von Konflikten und Feindschaften differenzierter geworden ist. Es wäre sicherlich interessant, die Perspektive der aktuellen Autoren zu diesem Thema zu hören und zu erfahren, wie sie diese Dynamiken in modernen Jugendkrimiserien interpretieren und darstellen. Ein Interview mit ihnen könnte wirklich aufschlussreich sein!
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Interessante Gedanken schonmal ...:...

Was mir bei DDF jetzt nachträglich auffällt und was ich vielleicht durch meine Formulierung auch unbeabsichtigt mit angestoßen habe: Wird deren Verhältnis tatsächlich mitunter als etwas distanziert wahrgenommen? Schon in den Klassikern? Oder Später?

Mir fallen zwar sofort Gegenbeispiele ein (Spiel mit Tennisbällen im Doppelgänger, Fahrt nach Magic Mountain/Disneyland, gemeinsamer Roadtrip durch Amerika...) Aber ist es wirklich primär kollegial? Oder wirkt das nur so, weil Justus halt etwas gehobener mit ihnen redet?

Andererseits, verglichen mit anderen Freundschaften mag das durchaus mehr in so eine Richtung tendieren... ich hatte sie mir aber jedenfalls immer als gute Freunde vorgestellt, trotz zusätzlichem Zweckbündnis.

Hm, okay, wenn man das so sieht, ergibt es mehr Sinn, wenn manche die Freundinnen oder Streitereien als "Vertiefung" der Beziehungen betrachten... auch wenn ich da vielleicht andere Mittel genommen hätte... ;-) Insofern wird die francissche Tennisballszene sogar am Ende noch recht bedeutsam... ...III...

Freundschaften außerhalb: Auch ein interessantes Feld. Die bereits betrachtete TKKG-Volker-Connection, George/Alf, Nebenfiguren wie Lesley Dimple und so weiter...

Erzfeinde? Das gab es früher mit Sicherheit und bestimmt auch noch heute. Aber vielleicht nicht mehr so prominent in Geschichten, weil der Erzfeind, der unter wenigen Kindern in der gleichen Gegend herumlungert, wahrscheinlich wirklich selten geworden ist. Feindschaften sind heute wohl wirklich subtiler. Komischerweise dürfen Superschurken aber immer gerne vorkommen... ...#... ;-)

(BTW, ein moderneres Wort für "Erzfeind" wäre wahrscheinlich einfach "Saftarsch" :::rofl::: )

Ich will nochmal zwei weitere Serien aufnehmen, die ganz andere Freundschaftsmodelle haben, die heute mitunter sogar kritisch gesehen werden würden:

Paul Pepper: Wir haben drei befreundete Kinder, die oft mit einem alten Seebären über 50 und einer Kioskbesitzerin um die 80 zusammenhängen und Fälle lösen. Die Kinder-Erwachsenen-Kombo ist heute schonmal grundsätzlich "sus", wie man so schön sagt. Früher war diese Betrachtung aber ganz anders. Wo man zwar zu Recht auch Problematisches sehen KÖNNTE, ist das Traurige eher, dass man heute teils gar nichts ANDERES mehr sieht. Auf jeden Fall habe ich das Ganze immer so betrachtet, als hätten die Kinder einfach "coole Großeltern", bei denen sie gerne Zeit verbringen. Die Serie selbst gibt auch keinerlei Anlass, es anders zu betrachten. Aber die Kombo ist definitiv ungewöhnlich, gerade heute.

Perry Clifton: Der junge Dickie Miller hängt ständig mit dem viel älteren jungen Mann Perry Clifton zusammen, den er als Detektiv bewundert. Ja, auch hier läge eine bedenkliche Lesart nicht fern... wenn es nicht halt einfach faktisch unzutreffend wäre :-) Ich habe das auch hier immer betrachtet, als sei Clifton soetwas wie Dickies älterer Bruder. Und so ungefähr behandelt er ihn ja auch. Trotzdem auch hier eine heutzutage fast schon undenkbare Kombo. Würde man sicher anders machen, selbst wenn es in der Serie keinerlei Anlass dazu gibt.

Schon interessant, welche Varianz am Ende doch in dem Thema steckt...
danielcc
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von danielcc »

Interessantes Thema, habe ich noch nie drüber nachgedacht.

Spontan würde ich sagen, DDF sind gar keine echten Freunde, originär. Jetzt werden viele aufschreien, weil man sie sich als beste Freunde vorstellt, und sie ja jetzt schon "seit 300 Fällen" zusammen sind :-)

Wie würde ich die Beziehungen zwischen den Drei beschreiben? mir fallen zwei Beispiele ein:

1. Sie sind wie Start Up Gründer. Man hat sich gefunden weil man sich zusammen für eine Sache begeistert, und weil ihnen das so viel Spaß macht, hängen sie auf einmal 24/7 zusammen um daran zu arbeiten. Heißt aber nicht, dass die drei eigentlich unterschiedliche Typen sind, andere Werte haben, von einander genervt sind, oder einfach auch andere Freundeskreise haben

2. Man könnte das noch kombinieren mit "kindlichen Freunden". Wenn man jung ist (Grundschule+) hat man oft Freunde aus der Nachbarschaft, mit denen man immer zusammenhängt. Man macht sich noch gar keine Gedanken darüber, ob das Freunde fürs Leben sind, solange sie im gleichen "Sandkasten" spielen und man sich irgendwie versteht und nah bei einander lebt.


Es ist für mich ein Teil des Problems mit den späteren Folgen, dass die Autoren die Drei unbedingt als gute Freunde sehen wollen. Dadurch baut man immer mehr Neckereien ein und suggeriert so, dass sie sich in und auswendig kennen, fast eben so wie 50 jährige die wirklich seit 30+ Jahren eng befreundet sind. Das ist aber nicht der Ursprung der Serie. Hier zwingen die heutigen Autoren den Charakteren etwas auf, was sie in ihnen sehen wollen, und teilweise verwischt sich auch Realität ("Oli, Jens, Andreas") mit den Buchcharakteren.
In den Klassikern gibt es auch eine klare Hierarchie. Das "Unternehmen" ist so, dass Justus der Boss ist, und die beiden anderen hören auf seine Anweisungen und haben Respekt vor ihm. Natürlich ist das nicht so einseitig und klar (sie lachen ja auch mal über ihn, und man neckt sich wegen seines Gewichts).
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Stielke »

Bei all diesen Theorien fallen mir gerade: Drei Fragezeichen Kids, TKKG Junior und FF Junior ein. Ich muss gestehen, ich kenne keine einzige Folge (oder Buch) dieser Serie. Das wollte ich bei den drei Fragezeichen Kids aber immer irgendwann einmal nachholen. Wie sieht es bei euch aus? Kennt ihr die Serien? Und habt ihr sie bei euren Überlegungen hier grundlegend berücksichtigt?

Ich denke grundsätzlich: Letztendlich stellt sich die Frage, wie sich der Autor (bei Fünf Freunde: Autorin) das Ganze vorgestellt und letztlich konzipiert hat. Jeder hatte seine eigene Vorstellung und hat sie entsprechend umgesetzt.

Hinzu kommt das:
Fünf Freunde aus den 1940er Jahren und Ursprung in England (Junior 2020 - Deutschland)
Die drei Fragezeichen aus den 1960er Jahren und Ursprung in USA (+ Drei Fragzeichen Kids 1999 - Deutschland)
TKKG aus den 1980er Jahren und Ursprung in Deutschland (Junior 2020 - Deutschland)
(Jahrgang ist jeweils +/-).

Also verschiedene Zeiten, Länder und Jahrgänge... Das wird auch eine entscheidende Rolle spielen. So mal die die Originalserien (also keine Kids oder Junior), und davon die jeweils 40 (?) ersten Folgen entscheidend sind. Da wurden die Grundlegenden Fakten geschaffen.
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Ich möchte noch eine Zusatzfrage in den Raum werfen:

Welche Hörspielfreundschaften findet ihr am gelungensten bzw. welche seht ihr beispielhaft als "echte Freundschaft" an?

Ich muss ja zugeben, mir fliegt ein bisschen die Sahne vom Kuchen wenn ich so lese, dass DDF ursprünglich keine richtigen Freunde gewesen sein sollen :::DD:::

Gibt es da bestimmte Kriterien, die man abhaken könnte?

Ich überlege gerade noch an anderen Serien als Beispiel herum... von den DDF-Kids kenne ich kaum etwas...
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Mr. Murphy »

Was auch zu dem Thema passt: Innerhalb der drei ??? Serie erfährt der Leser recht wenig über Freundschaften, die die drei ??? außerhalb des Teams führen. Jeffrey taucht erstmals in Folgen von Nicht-Amerikanischen Autoren auf. Sonst erinnere ich mich spontan an Franky Bender und das Mädchen aus dem "tanzenden Teufel". Man erfährt nichts oder kaum etwas über Klassenkameraden der drei ???. Das ist bei TKKG ganz anders: Dort spielen Klassenkameraden von TKKG oft eine Rolle. Ferner tauchen immer mal wieder Namen von Klassenkameraden auf. Vereinzelt sind Klassenkameraden von TKKG auch mal in einer lebensrettenden Funktion dabei (Gangster auf der Gartenparty).

Wie die Situation bei den Fünf Freunden ist, weiß ich nicht. Da kenne ich mich zuwenig aus. Kam "Alf" bereits in Büchern von Enid Blyton vor?

Die drei Ausrufezeichen: Da tauchen öfter mal irgendwelche Freunde und Klassenkameraden auf.
Ich habe vorhin einen alten Bekannten gesehen! Der Potter geht jetzt barfuß und im weißen Gewand ein neues Smartphone kaufen!
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von danielcc »

warum ich die DDF nicht primär als gute Freunde in den Klassikern sehe? Weil eigentlich nichts über ihre rein "privaten" Aktivitäten berichtet wird. Wohl gemerkt, ich basiere das alles nur auf den Hörspielen.
Während TKKG sich in erster Linie definiert als Schulfreunde, bekommt man bei den DDF davon nichts mit. Es gibt keine Schule, es gibt relativ wenige Freizeitaktivitäten. Das klassische ??? Buch ist: Sie sitzen in der Zentrale (!), es kommt ein Fall, sie bearbeiten ihn.
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Jamie Allison »

Ich glaube ebenfalls, Daniels und meine Wahrnehmung rühren daher, dass man bei DDF deutlich weniger darüber erfährt, wieviel sie außerhalb von Ermittlungen privat miteinander unternehmen. Und sei es nur Eis essen (TKKG) bzw. Kakao trinken (DDA). Ich glaube allerdings auch, hier ist DDF ein Sonderfall, basierend auf dem bekannten Mantra "Nichts passiert ohne Grund"; man scheint sich an die Relevanz für den Fall relativ strikt zu halten, was bei anderen Serien nicht unbedingt der Fall ist. Dadurch kann diese Wahrnehmung entstanden sein, dass sie sich eher zu Ermittlungszwecken in der Zentrale zusammenrotten.

Speaking of which: TKKG haben keine Zentrale. Die 5F sehen sich vollständig nur in den Ferien. Immerhin haben DDA ein HQ, wobei sie es meistens auch dort zur Besprechung investigativer Fragen nutzen.

Konkrete Beispiele, auf die ich hinauswill: Bei TKKG gibt es die Zwischensequenz in der "Nacht des Überfalls", in der Klößchen sich mit verdünnter Zahnpasta einen Iro macht. Bei DDA gibt es die Beziehungsgeschichten, die in Fällen wie "Kuss-Alarm!" sogar titelgebend sind, obwohl es im eigentlichen Fall um was ganz anderes geht. DDF kannte besonderes vor den Crimebusters Derartiges so gut wie überhaupt nicht; da gehörte jedes noch so kleine Detail zu den Ermittlungen. Vielleicht kommt daher der Eindruck, dass es bei DDF von allen Serien am ehesten "kollegial" und weniger "freundschaftlich" zugeht?

Wie immer, keine endgültige Aussage mit Wahrheitsanspruch, sondern lediglich eine Allison'sche Theorie. :-)

(By the way, @Murph, ja Alf kommt bereits in Blytons Büchern vor.)
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Ich verstehe, woher der Eindruck stammt. Allerdings bin ich Verfechter der Theorie, dass man unrelevante Sachen einfach nicht erzählen sollte ;-)

Im Gegenzug müsste die Freundschaft der drei ja mit den neueren Folgen zugenommen haben... aber meinem Eindruck nach ist genau das Gegentil der Fall. Dance me this! :::DD:::

Was das Thema Freunde und Schule angeht: Beim Aztekenschwert geht es zwar gleich mit der fallrelevanten Handlung los, aber man erfährt nebenbei soviel über DDF... sie gehen zusammen zur Schule, sie haben einen Kumpel namens Diego, auf die Schule gehen "mexikanische Zugereiste", es gibt deswegen Konflikte mit einigen Schülern wie Skinny... müsste man das noch mehr auswalzen? Ich finde, hier wird in Rekordzeit geliefert :::yHy:::

Dann besagte Szene mit dem Werfen von Tennisbällen, die Frage nebenbei, ob die anderen mit zum Strand wollen (kam sicher schon öfter vor), Peter, der bei den Nachbarn Rasen mäht, eine angedeutete Hintergrundgeschichte mit Frankie Bender... ist doch alles da.

Was sollen sie denn tun? Zum Beispiel mampfend und Stuss redend in der Zentrale sitzen, wie in neuen Folgen? Das ist für mich jetzt nicht gerade etwas, was ich öfter bräuchte ;-)

Das streng ökonomische Erzählen der Klassiker wird imho zu oft mit Holzschnittartigkeit oder mangelnder Tiefe verwechselt... Das Fehlen einer gewissen Flamboyanz kann man aber natürlich feststellen ;-) Und es gibt sicher Serien, in denen persönlichen Angelegenheiten mehr Raum gegeben wird, das stimmt. Nur, dass DDF in den Klassikern eine kalte Interessensgemeinschft und keine Freunde sind, kann ich so nicht unterschreiben :::TT:::

BTW, ja, der Fischerjunge kommt auch in den Büchern vor. Aber spinne ich gerade, oder heißt er ab und zu mal anders bzw. es gibt mindestens zwei davon? Oder verwechsle ich da gerade was? ^////^
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Jamie Allison »

@Perry Da sind wir wohl an dem Punkt, an dem wir unterschiedlicher Meinung sind - wenn vielleicht auch nur partiell. ;-) Klar gab es schon in Classics Hinweise auf Tätigkeiten außerhalb der Ermittlungsarbeiten, siehe Peters Surferfahrung im "Zauberspiegel", die jeder falsch versteht. :-D

Wird eigentlich irgendwo explizit gesagt, dass die drei in dieselbe Klasse gehen? Gerade in den USA gibt es ja Kurssysteme wie hier in der Oberstufe, und ich würde behaupten, zwischen den Dreien dürfte es gewisse Unterschiede geben, was die Leistung in unterschiedlichen Fächern anbelangt. ;-)

Im Punkt "in der Zentrale chillen und lautstark fressen" bin ich natürlich bei dir. :-D Ich bleibe aber dabei, dass es in anderen Serien anders aussieht, sei es TKKG, seien es 5F (obwohl sich da auch viel ums Futtern dreht), seien es die wohl ausschließlich von mir gehörten Pferdemädelserien. ;-) Im Vergleich damit sieht es bei DDF anders aus - was ja auch nicht schlimm ist.

Alf heißt meines Wissens überall so.
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Jamie Allison hat geschrieben: 27.04.2024, 18:49 @Perry Da sind wir wohl an dem Punkt, an dem wir unterschiedlicher Meinung sind - wenn vielleicht auch nur partiell. ;-)
VERDAAAAAMMT! Und wer soll das jetzt aushalten!? >:@ :::oiio:::

:::DD:::
Jamie Allison hat geschrieben: 27.04.2024, 18:49 Alf heißt meines Wissens überall so.
Dann war's wahrscheinlich irgendein anderer Junge... möglicherweise sogar in einer anderen Serie... das Alter :::LL:::
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von danielcc »

Also es ist ja nicht so dass ich behaupte es sei eine REINE Zweckgemeinschaft und keinerlei Freundschaft. Ich sage nur, es ist weniger deutlich als bei den FF oder auch TKKG einfach weil der Fokus der Klassiker deutlich mehr auf dem Fall liegt und das immer dank Francis extrem ökonomisch erzählt wird - was MIR übrigens sehr gut gefällt.

Tatsächlich habe ich die wenigen Andeutungen in eine andere Richtung (etwa der Start vom Aztekenschwert) immer als Fremdkörper wahrgenommen
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

danielcc hat geschrieben: 27.04.2024, 20:20Ich sage nur, es ist weniger deutlich als bei den FF oder auch TKKG einfach weil der Fokus der Klassiker deutlich mehr auf dem Fall liegt
Darauf können wir uns wohl einigen ...:... :-D
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Re: Freundschaften und Feindschaften in der Hörspielwelt

Beitrag von Perry Clifton »

Perry Clifton hat geschrieben: 27.04.2024, 19:43
Jamie Allison hat geschrieben: 27.04.2024, 18:49 Alf heißt meines Wissens überall so.
Dann war's wahrscheinlich irgendein anderer Junge... möglicherweise sogar in einer anderen Serie... das Alter :::LL:::
Ha! Ich bin doch nicht senil! \o/

https://kids.kiddle.co/The_Famous_Five
Alf, the fisherboy, appears in some of the books set in Kirrin Cottage. In the first book, after George's parents forbid her to keep the dog, Alf keeps Timmy for her. Timmy adores Alf. Alf also looks after George's boat. In later books Alf only looks after George's boat, as George's parents let Timmy stay in the house. Alf also appears as James of the same background.
:::xOx::: :::DD:::
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